Dysphagia

 Nutrition - Scale

Dysphagie Assessment

Die Dysphagia – Nutrition – Scale (DNS) nach Kern
ist ein klinisch – schlucktherapeutisches Assessment, dass zum einen für die Erhebung und Beurteilung des Schweregrades der oropharyngealen Dysphagie dient und zum anderen eine kontrollierte orale Kostformbelastung für Ess – Speisen und Getränke darstellt.

Dieses Assessment beinhaltet eine valide, reliable und subjektiviert – objektive Erhebungsstruktur, damit lassen sich durchaus Ableitungen für einen Standard in Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen generieren.
Die Indikation umfasst ein breites Spektrum, vom kontrollierten oralen Kostaufbau (z.B. nach Schlaganfall) bis hin zur kontrollierten oralen Kostausschleichung (z.B. bei neurogenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Morbus Huntington, Multiple Sklerose usw.). 
 
Zielführend ist immer die proaktive Prävention von Aspirationspneumonien, einer empirischen und transparenten Kontrolle der Schluckfähigkeiten und ein sicheres Handling und Wohlbefinden im Umgang mit der oralen Nahrungsaufnahme bei vorliegenden Schluckstörungen.


Neurophysiologischer Background


Das duale Schlucksystem stellt neurophysiologisch einen hoch komplexen Entwicklungsschritt dar. Dabei ist der Schlucktrakt ideal für die orale Nahrungsaufnahme und den anschließenden Weitertransport von körpereigenen (Speichel) und körperfremden (Essen und Trinken) Substanzen beschaffen, ohne das hierbei eine drohende klinische Komplikation für die Aufrechterhaltung der physiologischen Atemfunktion zu erwarten ist.

Durch die sequenzielle und temporäre Neuromodulation im Schluckakt können heterogene Nahrungstypen (Essen und Trinken) kontrolliert willentlich und reflektorisch unwillentlich durch die ca. 40 cm endogen verlaufende Wegstrecke des Schlucktraktes hindurch passieren. Darunter wird die Bolus Passage beginnend von der oralen Phase (Mundphase) bis hin zur postösophagealen Phase (Magen) verstanden.

Exkurs: Neurophysiologisch betrachtet zeigt sich in Hinblick auf die Perzeption, Gedächtnis und neuronale Aktivierung hin, dass die Wegstrecke bzw. die Wegzeit vom primären Reiz bis hin zur Magenphase, um ein Vielfaches größer ist und spielt daher medizinisch – therapeutisch auch eine gewichtende Rolle in der Schlucktherapie.
 
Näher beleuchtet, kristallisiert sich ein engmaschiges und wechselseitiges Bedingungsgefüge zwischen Schlucktrakt und Schluckakt heraus. Eine rhetorische Betrachtungsweise hinsichtlich der bewussten Differenzierung kann daher nur lauten, dass es eindeutig in Befund und Therapie von Schluckstörungen zu Unterscheidungen zwischen dem Ess – Schluck und dem Trink – Schluck kommen muss.

Denn obwohl die neuromuskuläre Grundlage im Schluckakt von Ess – Speisen und Getränken nahezu identisch ist, verbleibt nicht unbemerkt der Status Quo, dass sich in der Ausführung und Umsetzung im Schluckakt und Schlucktrakt komplexe Differenzierungsmuster vorfinden lassen. In einer klinisch – schlucktherapeutischen Befundung lassen sich unterschiedliche Bewegungsmuster im neurophysiologischen „Schluck“ feststellen, demzufolge präsentiert sich ein Engramm mit reflektorischem Anteil zum einen für den Ess – Schluck und zum anderen für den Trink – Schluck.

Ergo ergeben sich damit zwei differenzierte und diskriminierende „Schluck Dimensionen“, beruhend auf funktionell abgestimmte und angepasste Muskelsynergien. Aus wissenschaftlicher Sichtweise und praxisnahen Erkenntnissen hierzu, lässt sich bis dato datieren, dass eine allgemeine Erkenntnis und Einsicht für die Kostadaption oraler Speisen und Getränke bereits vorliegt – jedoch bislang sind diese Prozesse nicht störungsspezifisch und individualzentriert auf den Patienten hin nachhaltig fundiert.
Somit besteht der unbefriedigende Umstand, dass die vorherrschende Schluckfunktion nicht anhand der Fähigkeit für die orale Nahrungsaufnahme klinisch fokussiert getroffen wird. Ein Standard lässt sich auf dieser Grundlage nur schwer erheben.

Eine vertiefende wissenschaftliche Fundierung muss weiter erfolgen und ist gerne erwünscht.

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