Veni, vidi, nix vici 

- wenn’s mit dem Schlucken mal nicht klappt. 

dysphagie

Schon Gaius Iulius Caesar bewies mit klugem Kalkül, wertvolles taktisches und strategisches Wissen - sein Handeln fußte auf Geschick und Erkenntnis statt auf waghalsigem Glück und Zufall. 


Auch wir Schlucktherapeuten sehen uns manchmal in unserer Arbeit mit schwierigen Situationen konfrontiert. 

Eine besonders hohe Behandlungsgüte ist immer dann von Nöten, wenn die Einleitung, Verarbeitung und Umsetzung von Schluckprozessen sprichwörtlich auf der Strecke bleibt - und unsere Patienten ohne Schluckvermögen dastehen.

Derartige Geschehnisse stellen keinen Einzelfall dar, schnell ist die Diagnose NPO gefällt, ohne wirklich hinter die Kulissen der Pathosymptomatik blicken zu können. Daher ist es umso eminenter für die weitere Behandlungskunde, diesem Symptom der Schluckunfähigkeit auf die Schliche zu kommen (Exkurs: die totale Dysfunktion einer Dysphagie wird mit der Nomenklatur Aphagie beschrieben).
Ein evidenter und durchaus bewährter Ansatz verfolgt die wissenschaftliche Analyse im Detail.

In diesem Prozess werden die möglichen Symptome aus neurophysiologischer Perspektive mit Argusaugen beleuchtet und mit einer  Arbeitshypothese versehen, die da lautet,
eine zielgerichtete Schluckstimulation hat positive Auswirkungen auf die Rehabilitation der Schluckfähigkeit.

Im zweiten Schritt müssen wir die Nachhaltigkeit der Schluckstimulation empirisch definieren.
Also, entspringt der Ursprung vielmehr einem Defizit an Wahrnehmung, Verarbeitung und/oder Bewegungsrealisation - diese Frageformate liefern prima Antworten.
Per se eignet sich hierfür die Aufstellung von gerichteten Grundhypothesen, die da z.B. lauten können
1) verbesserte Wahrnehmungsprozesse bedingen eine positive Schluckfunktion, 
2) verbesserte cerrebrale Verarbeitungsprozesse bedingen eine positive Schluckfunktion, 
3) verbesserte Motorikprozesse bedingen eine positive Schluckfunktion.


Summa summarum ist festzuhalten, je differenzierter die diagnostische Herangehensweise, desto größer ist der Erkenntnisgewinn für mögliche Chancen in der weiteren Behandlung und damit für eine positive Veränderung der Schluckfunktion.

Man muss das Große im kleinen Ganzen sehen, um die Wichtigkeit neu definieren zu können.
Dann klappt es vielleicht doch mit dem Schlucken und wir können mit den eindrucksvollen Worten von Gaius Iulius Caesar abschließen - veni, vidi, vici.

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