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 - der Mundspatel, ein merkwürdiges Zauberutensil 


Schon der weltberühmte Zauberkünstler Houdini vermochte mit seinen Künsten die Realität durch Illusion und Magie zu verzaubern. Ein wahrer Meister seiner Klasse. 


„Mein Gehirn ist der Schlüssel, der meinen Verstand freisetzt“ Harry Houdini


Aber der Mundspatel ist nicht der besagte zauberhafte Schlüssel, um in der Schlucktherapie sinnvolle Erkenntnisse gewinnen zu können.


Ganz im Gegenteil, denn unter der Verwendung des Mundspatels gehen sehr viele essenzielle Befundeindrücke verloren. Der Untersucher erlangt kein nennenswertes Wissen über den Status der Wahrnehmung, Verarbeitung und Bewegung des extra- und intraoralen Systems. 

So können u.a. mitunter der bilabiale Pressdruck, die Sensomotorik der Zunge und der so entscheidende Impulsdruck des Zunge - Gaumenkontakts nicht nachweislich erhoben werden. Eine qualitative sensomotorische Analyse ist nicht möglich. 


Echt Schade, dass sind ernüchternde Aussichten für den Befund und die Verlaufskontrolle. Trotzdem ist der Siegeszug des Mundspatels ungebrochen und seine diagnostische und therapeutische Verwendung in der Dysphagietherapie und der Myofunktionellen Therapie geht fortan weiter. 

Getreu dem Motto, etablierter Glaube rangiert vor evidentem Wissen. Nun ja, bei uns kommt kein Mundspatel auf den Tisch bzw. in den Mund. 


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